17 Tage Algarve – Landschaft, Licht und Mittelformat
- Holger Graeber

- vor 11 Minuten
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Die Algarve ist ein Ort der Gegensätze: raue Klippen treffen auf weiche Sandstrände, der Atlantik zeigt sich mal sanft, mal ungestüm, und das Licht verändert die Landschaft oft im Minutentakt. Während meiner 17-tägigen Reise an die Algarve hatte ich nicht nur Gelegenheit, diese außergewöhnliche Region intensiv zu erkunden, sondern auch meine neue Fujifilm GFX100S II im realen fotografischen Alltag kennenzulernen – ein perfektes Testfeld für Kamera und Objektive gleichermaßen.

Die Algarve als Bühne für Landschaftsfotografie
Schon früh am Morgen, wenn der erste Sonnenstrahl die Kalksteinfelsen bei Praia da Marinha trifft, wird klar, warum die Algarve für Landschaftsfotograf:innen so faszinierend ist. Die Küste bietet eine enorme Vielfalt an Motiven: dramatische Steilküsten, natürliche Felsbögen, versteckte Buchten und weitläufige Strände, die bei Ebbe völlig neue Strukturen freilegen. Dazu kommt das ständig wechselnde Wetter, das für dynamische Himmel und eindrucksvolle Lichtstimmungen sorgt.
Gerade diese Vielfalt macht die Region ideal, um fotografisch in die Tiefe zu gehen – nicht nur motivisch, sondern auch technisch.


Arbeiten mit der Fujifilm GFX100S II im Feld
Die GFX100S II war mein ständiger Begleiter auf dieser Reise. Das Mittelformat bringt naturgemäß gewisse Erwartungen mit sich: maximale Bildqualität, enorme Detailtiefe und hohe Dynamik. All das konnte die Kamera an der Algarve eindrucksvoll bestätigen.
Besonders bei Szenen mit hohem Kontrast – etwa Sonnenaufgänge über dem Atlantik oder schattige Felsformationen bei hartem Mittagslicht – spielte der Sensor seine Stärken aus. Die enorme Auflösung ermöglichte es, feinste Strukturen in Fels und Sand sichtbar zu machen, ohne dass die Bilder dabei steril wirken. Gerade für großformatige Landschaftsaufnahmen eröffnet das neue kreative Spielräume, sei es beim präzisen Bildaufbau oder später beim Croppen.
Auch im praktischen Einsatz überzeugte die Kamera: Das vergleichsweise kompakte Gehäuse für ein Mittelformatsystem machte längere Wanderungen entlang der Klippen problemlos möglich, und die Bildstabilisierung erwies sich gerade bei windigen Bedingungen als großer Vorteil.

Drei Zoom-Objektive, viele Perspektiven
Während der Reise hatte ich die Möglichkeit, drei Zoom-Objektive intensiv einzusetzen. Diese Flexibilität erwies sich an der Algarve als unschätzbarer Vorteil. Oft wechseln die Motive schneller, als man Objektive tauschen möchte: ein weiter Küstenblick im einen Moment, ein isoliertes Detail in den Felsen im nächsten.
Die Zooms deckten einen großen Brennweitenbereich ab und ermöglichten sowohl klassische Weitwinkel-Landschaften als auch komprimierte Perspektiven, bei denen Klippen und Wellen förmlich ineinander greifen. Besonders spannend war es, mit längeren Brennweiten abstrakter zu arbeiten – Linien, Strukturen und Lichtreflexe rückten stärker in den Vordergrund und gaben der Landschaft eine fast grafische Anmutung.

Licht, Zeit und Entschleunigung
17 Tage an einem Ort bedeuten vor allem eines: Zeit. Zeit, um Motive wiederholt aufzusuchen, Licht zu beobachten und auf den richtigen Moment zu warten. Manche Orte habe ich mehrfach besucht – bei Sonne, bei Nebel, bei starkem Wind. Gerade hier zeigte sich, wie sehr Landschaftsfotografie von Geduld und Wiederholung lebt.
Die Kombination aus der ruhigen Arbeitsweise des Mittelformats und der entschleunigten Reiseform führte dazu, bewusster zu fotografieren. Weniger Bilder, dafür mehr Konzentration auf Komposition, Vordergrund und Tiefe.
Fazit: Die Algarve als Lernraum
Diese Reise war mehr als nur ein Urlaub. Sie war eine intensive fotografische Lernphase – sowohl in Bezug auf die Landschaft als auch auf das neue Equipment. Die Algarve hat sich einmal mehr als außergewöhnliche Bühne für Landschaftsfotografie erwiesen, und die Fujifilm GFX100S II konnte ihre Stärken unter realen Bedingungen voll ausspielen.
Mit vielen neuen Bildern, noch mehr Eindrücken und einem deutlich besseren Gefühl für Kamera und Objektive kehre ich zurück – und weiß schon jetzt: Das war nicht mein letzter Besuch an dieser Küste.





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